Fintech

Der Begriff Fintechs beschreibt Startups, die die Finanzbranche revolutionieren wollen. Der Begriff ist weit gefasst und bezieht Bankdienstleister, Anbieter von Tradingplattformen aber auch Scoring und Kreditgeber sowie Versicherungen mit ein. Der Fokus liegt dabei sehr auf digitalen Angeboten. Mittlerweile versuchen auch alteingessene Banken mitzumischen und entwickeln Ausgründungen und neue Angebote.

Die Entwicklung bisher

Die Entstehung von Fintechs und der starke Anstieg des Segments basiert auf zwei Komponenten. Zum einen erlaubt die digitale Transformation die schnelle Entwicklung neuer webbasierter Angebote und einen besseren Umgang mit Daten, zum anderen hinkt die Bankindustrie der On-Demand Entwicklung des Internets noch sehr hinterher.

Chancen der Digitalen Transformation

Der Schwerpunkt neuer Banking- und Fintech-Angebote liegt ganz klar in der Digitalisierung von Angeboten. Als Ausbaustufe des Online Bankings geht es darum, Transaktionen und Interaktion mit der Bank auch auf mobilen Endgeräten abzubilden.

Neue Kundenbedürfnisse

Viele Nutzer stöhnen über den schlechten Service ihrer Bank. Lange Überweisungsdauer, Filialen sind selten geöffnet und schnelle Bearbeitungszeit ist ein Sonderwunsch. Hier bieten gut gemachte Online Plattformen Hilfe. Das Zauberwort ist User Experience. Der Vorreiter auf dem deutschen Markt, Number26, ermöglicht zum Beispiel die Kontoeröffnung über das Handy in nur 8 Minuten. Aber auch Überweisungen gehen in Sekunden.

Big-Data zeigt den Weg

Als dritter Treiber hilft Big Data dabei, Leistungen zu automatisieren. Spannend ist zum Beispiel das Thema Robotrading, wo schlaue Algorithmen automatisch den Aktienhandel übernehmen. Aber durch die ganzen Datenmengen kann auch Nutzerfeedback besser ausgewertet und das Angebot verbessert werden.

USA als Vorreiter

In der Heimat von PayPal entwickeln sich die Fintechs noch schneller als in Deutschland. Ein gutes Beispiel ist Venmo, was die Vorteile eines Messengers mit ultraschnellen Überweisungen verbindet. Oder Acorns, die automatisch Kreditkartenrechnungen aufrunden und das so gesparte Geld durch Nobelpreisgewinner anlegen lassen.

In Deutschland ist der Markt noch nicht so weit. Fintechs konzentrieren sich momentan auf die Schnittstelle zwischen Kunde und Konto oder bieten Zusatzdienste wie Kredit von Privat oder clevere Aktienportale. Momentan gibt es circa 400 Fintechs in Deutschland.

Risiken

Einer der Hauptgründe, warum die Entwicklung hierzulande noch nicht so weit wie in den USA ist, liegt in den regulatorischen Voraussetzungen die erfüllt werden müssen. Alleine die Beantragung und der Erhalt einer Banklizenz dauert viel Zeit und kostet noch mehr Aufwand. Deswegen arbeiten viele Fintechs noch mit Partner-Banken zusammen, die die Infrastruktur und Lizenzen im Hintergrund bereitstellen.

Aber auch hier tut sich etwas, denn das Bundesfinanzministerium, die Bankenaufsicht und führende Politik sind bemüht die Hürden nach und nach zu beseitigen. Der Fintech-Standort Deutschland soll attraktiver werden und gegenüber London aufholen.

Trends und Zukunftsaussichten

Klar ist, dass die Entwicklung nicht aufzuhalten sein wird. Kunden freuen sich über vereinfachte Bankgeschäfte und neue, intelligente Möglichkeiten Geld anzulegen wenn die Zinsen niedrig sind.

Aber die bestehenden Banken steigen nach und nach ein. Schon heute haben die ersten Banken die Kontoeröffnung über das Smartphone aufgenommen und versuchen mit guten Angeboten die Kunden zu ködern.

Fintechs werden jedoch weiter innovativ bleiben und neue Angebote kreieren. Von neuen Möglichkeiten zur Immobilienfinanzierung zu neuen Bezahlmöglichkeiten mit Handy und Smartwatch, wird viel spannendes dabei sein.

 

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